Das Geschehen

Es ist der Morgen des 20.04.1999. Eric Harris und Dylan Klebold sind bei ihrem schwarzen BMW auf dem Parkplatz vor der Schule. Es ist 11:17 Uhr. Kurz vor 11 Uhr hatten sie zuvor zwei Seesäcke in die Cafeteria gebracht, in denen sich selbstgebaute Propangasbomben befinden. Nun ziehen sie sich ihre schwarzen Ledertrenchcoats an, nehmen ihre Waffen, laden sie und bestücken sich mit Munition. Dann setzen sie sich in den Wagen und warten.

Zuvor hatten sie noch einen Satz Bomben in einigen Meilen Entfernung postiert, um die Polizei abzulenken. Diese Bomben sollten zuerst hochgehen.
Dann die Bomben in der Cafeteria, um die Schüler nach draußen auf den Parkplatz zu jagen, wo sie dann von Eric und Dylan mit einem Kugelhagel empfangen worden wären.
Ein weiterer Satz Bomben war im Wagen der Killer. Er sollte gezündet werden, wenn Polizei und Einsatzkräfte anrücken würden.
Keine der in der langen Zeit zuvor, in den Garagen ihrer Elternhäuser selbst zusammengebastelten Bomben funktionierte. Die Bombe in der Cafeteria versagte ihren Dienst, niemand kam herausgerannt.
Daher müssen sie ihren Plan abändern. Sie warten noch kurz und gehen dann auf die Schule zu. Sie schießen währenddessen wahllos umher und töten dabei zwei Schüler. Ein Hilfssheriff, Neil Gander, der zu diesem Zeitpunkt gerade in seinem Wagen sitzt, stürmt auf die beiden zu und schießt auf Eric Harris. Ein kurzes Feuergefecht, wobei Eric von der Kugel verfehlt wird, aber auch Neil nicht verletzt wird.
Die beiden betreten um 11:19 Uhr schließlich das Gebäude. Sie sind bewaffnet mit zwei abgesägten Schrotflinten, einer halbautomatischen Pistole (TEC DC9) und einem Neun-Millimeter Gewehr.
Um sich schießend gehen sie in die Schulbibliothek. Durch ein Fenster der Schulbibliothek werden sie um circa 11:29 von Lehrerin Patti Nielson auf dem Flur gesehen, die daraufhin die Polizei anruft, dann aber bei der Ankunft der Killer den Hörer fallen läßt. Die Verbindung bleibt also offen und die Einsatzleitung kann das Geschehen mithören.
Zuerst erschießen sie dort einen achtzehnjährigen schwarzen Mitschüler, Isaiah Shoels. Er ist eigentlich das einzige Opfer, das anscheinend gezielt ausgewählt wurde. Sie titulieren ihn als Nigger und töten ihn mit einem Kopfschuß. Daraufhin feixen sie: “So sieht also das Gehirn eines Niggers aus”.
Die beiden Killer machen sich einen Spaß aus dem Töten ihrer Mitschüler.
Das nächste Opfer ist Matt Kechter, ein sechzehnjähriger Sportler, den sie eben aus diesem Grund hassen und kurz bevor sie schießen noch verspotten.
Dann folgt Carey DePooter, 17. Das nächste Opfer wird später zur regionalen Märtyrerin. Mitschüler erzählen nach dem Amoklauf, dass die Killer gefragt hätten, ob “hier jemand an Gott glauben würde”. Cassie Bernall sei daraufhin aufgestanden und hätte mit lauter Stimme die Frage bejaht, woraufhin die Killer sie mit den Worten “Es gibt keinen Gott” in den Kopf geschossen hätten.
Diese Geschichte ist aber wohl auf die starke Religiosität zurückzuführen, zumal Cassie erst vor kurzem zum christlichen Glauben gefunden hatte, so dass Mitschüler dies wohl für eine passende, würdige Art gestorben zu sein hielten.
Die Polizei, die alle Gespräche die in diesem Raum stattfanden mithören konnte und diese auch aufzeichnete kann dies aber nicht bestätigen.
Auf den Bändern kann man die beiden Killer lachen hören, während die Opfer am schreien waren. Einer der beiden deutet den anderen still zu sein. Eric geht daraufhin zu dem Tisch, unter dem sich Cassie versteckte und rief “Peekaboo!”, was einem “Buh!” gleich kommt. Danach wird nichts weiter mehr gesagt, lediglich die Waffe ist zu hören, als Eric nachdem er den Lauf der Waffe Cassie ins Gesicht gepreßt hatte, schließlich abdrückt. Der Rückstoß bricht ihm die Nase. Das nächste Opfer sitzt auf dem Fußboden. Brea Pasquale war nicht in der Lage gewesen sich unter einem Tisch zu verstecken. Eric fragte sie, ob sie heute sterben wolle. Sie verneint und nur weil Dylan in dem Moment nach ihm ruft wird ihr Leben verschont.
Um 11:40 schließlich verlassen die beiden die Bücherei und gehen die Treppe zur Cafeteria hinab in welcher sich noch vier Schüler versteckten.
Auf den Bändern der Überwachungskamera sieht man die beiden, wie sie aus verschiedenen Bechern trinken, die die geflohenen Schüler zurückgelassen hatten. Zwischendurch feuern sie aus den Fenstern auf angerückte Sicherheitskräfte. Dann gehen sie wieder zurück in die Bibliothek. Sie ärgern sich, dass auch die Bombe in ihrem Wagen ihren Dienst verweigert hatte und nicht explodiert ist.
Um 12:00 Uhr dort angekommen beobachten sie, dass sich draußen Polizei und Sondereinsatzkommandos auf den Sturm des Gebäudes vorbereiten. Sie erkennen, dass der “Doomsday”, wie der Tag zuvor von ihnen genannt wurde vorbei ist. Dylan Klebold stellt daraufhin einen Molotowcocktail auf einen Tisch und zündet diesen an. Als dieser anfängt zu brennen schießt sich Eric Harris in den Kopf, Dylan Klebold folgt ihm wenige Sekunden später. Die Sprinkleranlage löscht den Molotowcocktail. Auch ihre letzte Bombe zündet nicht.
Um 12:05 Uhr sind beide Killer tot. Sie hätten noch Munition gehabt, um weitere Menschen zu töten.
Erst um 15:00 Uhr finden Leute vom Sondereinsatzkommando den kurz zuvor verbluteten Lehrer Dave Sanders zusammen mit 60 Schülern in einem Raum. Sanders hatte zuvor etlichen Schülern das Leben gerettet, indem er sie laut rufend warnte zu flüchten oder zu sich zu verstecken, wurde dann aber selbst getroffen. Die Einsatzkräfte verteidigten ihren langsamen Vormarsch damit, dass sie nicht wissen konnten, dass die Killer bereits tot waren, man wußte zunächst nicht einmal, wer sie waren, so dass auch die aus der Schule flüchtenden Schüler von den Einsatzkräften mit hinter den Kopf verschränkten Händen weggebracht wurden. Man fand etliche verbarrikadierte Klassenräume, in denen sich Schüler versteckt hielten, welche fürchteten, dass sich die Killer als Polizisten ausgeben würden. Zudem war die Notrufnummer 911 vollkommen überlastet, so dass die Telefongesellschaft einzelne Verbindungen trennen mußte, auch die auf denen Schüler wichtige Informationen nach draußen schaffen wollten. Dazu kamen noch widersprüchliche Angaben von geretteten Schülern über die Zahl und den Aufenthaltsort der Killer. Der Feueralarm der während des Amoklaufs losgegangen war verhinderte zudem, dass die Schüsse aus größerer Entfernung gehört werden konnten. Daher konnten die Einsatzkräfte sich nur langsam vorarbeiten.

12.7.09 16:44

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